
Am 23. Februar war es wieder so weit: Nach alemannischem Brauch haben wir den Winter mit unserem traditionellen Scheibenschlagen vertrieben.
Der Holzhaufen für das Scheibenfeuer war schon an den vergangenen Wochenenden aufgetürmt worden, letzte Äste kamen am Nachmittag noch dazu, und die Abschussrampen wurden noch in Position gebracht. Ab Einbruch der Dunkelheit wurde das "Schiebefier" entzündet und die Stöcke gespitzt. Ein reger Trainingsbetrieb entwickelte sich. Es war sehr windstill, was den einen oder anderen beinahe an den Rand der Verzweiflung brachte.
Das Feuer brannte stattlich und ruhig, verbreitete eine schöne Wärme und lud zum Verweilen unterm sternenklaren Himmel ein. Es wurden eifrige Diskussionen über die richtigen Ruten und die beste Schwungtechnik geführt.
Dann hieß es "Start frei" zum AMC-Scheibenschlagen-Wettbewerb 2008. Jeder Teilnehmer hatte 5 Versuche, die längste Flugdauer wurde gewertet.
Bernd , bewaffnet mit Stoppuhr und Taschenlampe, hatte vom St. Berndino aus wie immer alles fest im Blick. Einer nach dem anderen trat an, holte Schwung und - Plopp - kam der Abschlag und die Scheiben flogen rotglühend durch die Luft, angefeuert von dem Jubel der Zuschauer.
Aufgrund der Windverhältnisse konnten die Weiten der vergangenen Jahre nicht erreicht werden. Aber das Training zeigte Wirkung, und so hatten auch absolute Scheibenschlagen-Anfänger eine reelle Chance auf die vorderen Plätze.
Sieger und AMC-Scheibenkönig 2008 wurde Felix Baumstark. Seine Scheibe flog 6,33 Sekunden, weil sie in der Endflugphase - schon im Landeanflug auf den Acker - noch einmal ordentlich Aufwind bekam und weiter und weiter getragen wurde. Da konnte Titelverteidiger Tobias Huser nicht mithalten. Er wurde Zweiter mit 4,94 Sekunden, dicht gefolgt von Ralph Schiekofer mit 4,54 Sekunden und Sven Strutz mit 4,40 Sekunden. Kevin Gallas wurde 5 mit 3,99 Sekunden.
Der mit Abstand jüngste Teilnehmer war Marius Rackl. Mit bewundernswerter Geduld schickte er JEDE seiner Trainings- und Wettbewerbsscheiben mit dem Spruch "Schiebi, Schiebo, wem soll die Schiebi go? Die Schiebe soll der/dem XY go. Und goht sie net, so gilt sie net." Und dann folgte der beherzte Abschlag. Auch er brachte es immerhin auf beachtliche 1,81 Sekunden!
Fürs leibliche Wohl war natürlich auch gesorgt. Dieter und Andrea hatten den Herd mit Gulaschsuppe und heißen Würsten im Griff, im Backofen leckere Blätterteigtäschchen von Lorina. Und Klaus beglückte uns mit selbstgemachten Berlinern, die weggingen wie warme Semmeln.
Wieder und wieder wurden Gesichter geschwärzt, geredet und gelacht - und die "Trialer-Stubb" war zum zweiten Mal der Ort eines geselligen AMC-Treffs. Manche haben nach dem Wettbewerb gleich fürs nächste Jahr weiter trainiert...
08.02.08 / webmaster