

Dass die Marbacher Trials meist eine staubige Angelegenheit sind, das ist bekannt. In wirklich jeder Ritze der Wohnmobile und Wohnwagen dringt dieser ein - der Großputz hinterher ein Muß.
Die Hitze war trotz des zum Teil kräftigen Windes beinahe unerträglich - Fahrer und Begleiter ächzten und stöhnten angesichts der 11 (!) Sektionen und 3 Runden.
Doch dazu kam beim 8. Lauf zur Baden-Württembergischen Jugendtrial-Meisterschaft ein Schwierigkeitsgrad, der seinesgleichen sucht. Keine Frage - "Autobahnen" sind nicht gewünscht und der Schwierigkeitsgrad ist für alle gleich. Und recht machen kann man es auch keinem! Aber wenn es dann zum Teil gefährlich wird, weil z. B. die Klasse 5 von tischhohen Steinen runterspringen muss, wenn die Roten Felsformationen überwinden müssen, die sie vielleicht noch nie in ihrem Trialerleben trainieren konnten, wenn ein Abflug unweigerlich schmerzhafte Folgen und Materialschäden nach sich ziehen muss, wenn man als Betreuer genau weiß, wenns schief geht, hat man keine Chance mehr zum Fangen, dann ist schon die Frage nach dem Sinn solcher Sektionen erlaubt. Zumal an jeder Gefahrenstelle eine einfache Spuränderung hätte Abhilfe schaffen können. Hier sind nicht nur die Sektionsbauer, sondern auch die Kommissare gefragt, die solches abnehmen.
Patrick Huser und Kevin Gallas waren in der schwarzen, Tobias Huser in der grünen Spur unterwegs. Die ersten Sektionen, die für die Schwarzen zu fahren waren, lagen im Steinbruch. Wild aufgetürmte Riesenbrocken forderten alle Konzentration und Mut. Kevin fuhr sich in der ersten Runde sage und schreibe 20 Punkte auf sein Konto, konnte sich in der zweiten Runde auf 13 verbessern und in der letzten Runde kamen noch einmal 15 dazu. Mit insgesamt 48 Punkten landete er auf dem 10. Platz. Er fuhr sehr konzentriert, gab sich große Mühe, aber mehr war einfach nicht drin. Glücklich war er vor allem darüber, dass seine Neue sicher zu Hause in der Garage stand - mit der 80er waren die vielen engen Kurven besser zu bewältigen. Besonders erwähnt werden muss an dieser Stelle das letzte Training mit Johannes. Denn die engen Kehren am Hang auf losem Grund - das war genau das richtige Rezept für die Waldsektionen in Marbach - und auch mit der 80er war dies die richtige Technik. Rechtzeitig Druck aufs Hinterrad, und dann mit vollem Körpereinsatz die Maschine herumziehen, bei gefühlvollem aber beherztem Dreh am Gasgriff - das hat Kevin perfekt umsetzen können und einige Stellen fehlerfrei passiert, die er vorher so nicht hätte bewältigen können.
Patrick gab ebenfalls alles, aber aus seiner Perspektive sind die Hindernisse einfach höher und gewaltiger - er steigerte sich von 38 Punkten in der ersten auf 37 in der zweiten und 26 Punkten in der dritten Runde und wurde 19.
Von 23 Fahrern in Klasse 5 fielen 3 aus, ein gebrochener Arm und viel Frust sind das Ergebnis. Wie gesagt, für die besseren Fahrer einer Klasse war das ein gutes Training für die JDM, ok. Aber in jeder Klasse sind auch Aufsteiger und Anfänger - und für die war es Frust pur. Marbach - das Tal der Tränen...
Tobias in Klasse 4 kam mit den Bedingungen gut zurecht und war einer von 2 Fahrern, die die erste Runde mit einer einstelligen Strafpunkte-zahl beenden konnten. Mit 8 Punkten lag er zu diesem Zeitpunkt auf Platz 2. In der zweiten Runde lief es nicht so gut - mit 13 Punkten sah er schon alle Felle davonschwimmen. Doch die 3. Runde konnte er mit 6 Punkten beenden, was ihn auf den zweiten Platz brachte.
In der Tabelle konnte Kevin in der Klasse 5 einen Platz gut machen und steht nun an 9. Stelle. Benjamin und Alexander sind nicht gestartet, Benni hat dadurch seinen ersten Platz (vorübergehend?) räumen müssen und steht nun auf Platz 4. Alexander ist 16. und Patrick 24. Tobias steht weiterhin auf Platz 4 in der Klasse 4.
17.07.06 / webmaster