

Die ganze Woche vor dem 25. März war ein Wetter, dass es der Sau grauste! Es war kalt, es lag bis in tiefste Lagen Schnee - der Frühling hatte kalte Füße bekommen.
Die Rheumatiker, Fuß- und Asthmakranken erwägten still und heimlich, in Baden-Baden abzubiegen und die warmen, heilenden Quellen zu besuchen, anstatt im kalten, feuchten, rutschigen Gelände herum zu fahren...
Die Jungblut-Trialer schimpften die Alten "Schönwetter-Trialer" und wollten beweisen, wie fit sie den Winter hinter sich gebracht hatten. Also ging es weiter durch die verschneite Landschaft des Nordschwarzwaldes. Eine Pinkelpause zwang zum Nachdenken, der Schnee war matschig, drunter war es völlig aufgeweicht, die Traktion im Gelände ging gegen Null - es reichte kaum zum Pinkeln. Auf der Weiterfahrt gab es viele Ideen, wie dem zu begegnen sei:
Wir brauchen Druck auf dem Hinterreifen (Aha!). Wir könnten Sandsäcke hinten befestigen oder die Werkzeugkiste zum Beschweren benutzen. Wir fahren mit Sozius. Nach langer Diskussion schien die Lösung gefunden - wir hängen den Hintern raus!
Aber es kam, wie es kommen musste: Die Alten hatten unrecht und die Jungen ihre helle Freude. Just vor dem Albaufstieg, auf dem ADAC-Platz in Südhanglage, war der Schnee bereits getaut und die Bedingungen waren nicht mehr unmöglich, sondern nur noch schlecht.
Der Boden war seifig, die Baumstämme glatt, die Felsen verschmiert - also Hintern raus, mäßige Gashand und wohl dosierte Kupplung - denn selbstverständlich braucht man beim heutigen Trialstil die Kupplung als Hilfsmittel. Ich behaupte als Alteisenfahrer hier jetzt einfach mal - dass es gerade bei solchen Bedingungen auch vorteilhaft sein könnte, wenn man es beherrscht, die Finger von der Kupplung zu lassen. Das reicht aber noch nicht - man muss dann auch noch unterscheiden können, wann das Eine und wann das Andere sinnvoll ist!
Die Jungs vom AMC haben sich wacker geschlagen:
Kevin hat sich zunächst mächtig geärgert, weil er so viele Füße brauchte - die anderen kämpften aber mit den gleichen Bedingungen, und so fand er in der letzten Runde seine Spur und wurde - er glaubte es selber kaum - Zweiter in Klasse 5 mit 48 Punkten (19-17- 8 - 4).
Felix fuhr mit ruhiger Hand und Nervenstärke auf einen überlegten und gelassenen achten Platz in der roten Spur. Der Winter, sein Fahrrad und unsere Trainer halfen ihm zu neuer Reife und einem sauberen Start in die neue Saison mit 37 Punkten
(12 - 10 - 15).
Patrick machte sich eigentlich nur noch Sorgen um sein Moped und überwand dennoch unglaubliche Hindernisse. Kein Mensch konnte erkennen, wo er seine Traktion herholte - wir vermuten einen geheimen Einbau, der das Erdmagnetfeld unter seinem Motorrad beeinflusste. Er wurde 10. in der Klasse 5 mit 81 Punkten
(26 - 24 - 15 - 16).
Tobias war zunächst nicht zufrieden, denn die blaue Spur erlaubte bei diesen Bodenbeschaffenheiten keine harten Antritte, die Felsen waren schmierig, es war ein Gezappel und ein Gehopse. Einmal falsch gehüpft - schon ging das Rudern los. Mit einer Drei durch die Sektion zu kommen, war stets eine Leistung. An unserem Hausberg gut trainiert, schaffte er jedoch Auffahrten, die für viele andere an diesem Tag unbefahrbar waren. Auch er staunte, als er erfuhr, dass er mit 89 Punkten auf dem 4. Platz gelandet war (27 - 19 - 22 - 21).
Er nahm es am Ende gelassen und lehnte sich zurück, denn die Nachmittagssonne schien uns inzwischen ins Gesicht, trocknete den Boden für die Schönwettertrialer, so dass auch die älteren Herrschaften noch zu ihrem Spaß kamen.
Und das Fußvolk war am Abend auch müde, denn bei der freien Sektionswahl kam es schon mal vor, dass der Fahrer sich doch noch kurzfristig für eine andere Sektion entschied und die Wasserträger wie die Hasen von einer Sektion zur nächsten gescheucht wurden. Die Fahrer sollten - wie bei den alten Schottischen - einen Tachometer bekommen und heute den Betreuern Kilometergeld bezahlen!
Text: Uwe Baumstark
Fotos: Baumstark/Gallas