

Die Nacht war für einige Helfer verdammt kurz. Nach 3 Stunden Schlaf hieß es noch in der Dunkelheit, die Ergebnisse des gestrigen Tages an der Rundentafel durch neue Blätter zu ersetzen. Der Drucker spuckte ab 6.30 Uhr Blatt um Blatt der Ergebnislisten des gestrigen Tages sowie Nennformulare aus. Die Fahrerinfos mussten aktualisiert werden. Und ab 7.00 Uhr war Nennbüro und Fahrzeugabnahme geöffnet. Dies wurde auch von zahlreichen Fahrern genutzt, so dass sich keine lange Schlange vor der Fahrzeugabnahme bildete.
Im Nennbüro herrschte nach dem Samstag schon fast Routine. Die gleiche Mannschaft - ohne Aussicht auf Schichtwechsel oder wenigstens eine längere Pause. Selbst das Essen wurde - wenn überhaupt - im Stehen, im Gehen, verzehrt, nebenbei geschrieben, gerechnet, gewertet, getippt.
In der Wirtschaft sah es nicht anders aus. Als die ersten Helfer eintrafen, wurde sofort die Kaffeemaschine angeworfen und die Küche sowie die Halle wieder auf Vordermann gebracht. Schon kamen die ersten Gäste, und immer mehr Vorräte gingen zur Neige. Der ganze Tag war bestimmt von Nachschuborganisation, weil schon am Samstag einige Vorräte "Aus" waren. Die Handys liefen heiß, dann hieß es, da kann man was abholen, dort noch was, und der hat auch noch vielleicht was... Den ganzen Tag wuselte es vor und hinter der Theke, am Kuchenbuffet, in der Küche und am Grill im Freien.
Die Punktrichter nahmen ihre Positionen ein, wieder versorgt mit Vesper und vor allem Getränken. Die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel. Was für die Zuschauer sehr angenehm war, für die Punktrichter und Schreiber hieß es ausharren, punkten, knipsen, schreiben in hochsommerlicher Hitze.
Besonders erfreulich war die Hilfe, die in dieser Situation von außen kam. Ehemalige Mitglieder, Nicht-Mitglieder, Neu-Mitglieder oder Noch-Mitglieder, die aber in den letzten Jahren den Bezug zum AMC etwas verloren haben, boten spontan und selbstlos ihre Hilfe an, packten tatkräftig mit an und reihten sich nahtlos ins Gefüge ein.
Der Lauf am Sonntag zählt zur Südwestdeutschen Meisterschaft (TSG), zur TSV-, Bodensee- und Schweizer Meisterschaft. Auch an diesem Tag waren einige Fahrer des AMC Unterer Breisgau unter den 135 Startern. In Klasse 5 (Anfänger bis 44 Jahre) errang Benjamin Zimmermann (18) den 9. Platz. Kevin Gallas steckte noch die Anstrengung des Vortages in den Knochen – er konnte seinen Erfolg vom Vortag leider nicht wiederholen und wurde nur 17. Patrick Huser und Alexander Zimmermann (18) belegten die Plätze 20 und 21. In Klasse 6 (Neulinge bis 18 Jahre) wurde Marco Bühler 18. In Klasse 9 (Neulinge ab 18 und Veteranen-Motorräder) sorgte Bernd Huser für Spannung. Er beendete zusammen mit Gunter Pfeiffer aus Hornberg den Wettbewerb fehlerfrei und musste ins Stechen. Auch nachdem 3 Sektionen in der schwarzen Spur mit den Oldtimern durchfahren waren, waren beide punktgleich. Erst die Anzahl der fehlerfrei gefahrenen Sektionen brachte die Entscheidung – und für Bernd Huser den zweiten Platz. Auf den Plätzen 16 und 17 landeten die beiden Neu-Mitglieder des AMC, Michael Reif und Daniel Disch. Beide sind erst seit wenigen Wochen stolze Besitzer einer Trialmaschine und haben sich in ihrem ersten Wettbewerb sehr gut geschlagen.
Im Rahmen der Siegerehrung für die Vormittagsklassen überreichte Bürgermeister Ernst Schilling als Schirmherr der Veranstaltung die begehrten Trophäen. Er hatte schon am Samstag und am Sonntag Vormittag das Wettbewerbsgeschehen aufmerksam verfolgt. In seiner Ansprache schilderte er seine Eindrücke von der "intakten Trialfamilie", von der Anziehungskraft, die das Trialsportcenter an diesem Wochenende ausübt und kündigte an, dass beim nächsten Mal die Parkplatzsituation vielleicht eine bessere sein wird...
Der Vorsitzende der Trialsportgemeinschaft Südwest, Wilhelm Sattler, beglückwünschte den AMC Unterer Breisgau und die Stadt Herbolzheim zu diesem Bürgermeister, der die Rahmenbedingungen zur Errichtung eines solchen Trialsportcenters geschaffen hat.
Am Nachmittag starteten die Spitzenfahrer aus Süddeutschland, Österreich und der Schweiz. In der Königsklasse der Experten zeigte Christian Gebhardt, dass er trotz Trainingspause das Trialfahren nicht verlernt hat. Mit Platz 4 – hinter 3 Fahrern der aktuellen Deutschen Meisterschaft – war er sichtlich zufrieden. Tobias Huser in Klasse 3 konnte sich in den beiden letzten Runden enorm steigern und fuhr das beste Rundenergebnis in dieser Klasse ein. Allerdings reichte ihm das in der Endwertung nur für Platz 2. In Klasse 7 erreichte Rolf Gebhardt den 8. Platz und Johannes Klement, der AMC-Jugendleiter, wurde 13. Patrick Huser und Kevin Gallas, die beide am Vormittag schon ihren regulären Wettbewerb absolviert hatten, trotzten der Hitze und traten nachmittags in der nächsthöheren Klasse noch einmal an - außerhalb der Wertung, nur zum Training. Dabei konnten sie in den langen Sektionen ihr Können zeigen – und brachten manche Zuschauer zum staunenden Kopfschütteln.
Nach der Siegerehrung leerte sich das Fahrerlager zügig. Für die Helfer aber war noch lange nicht Schluß! Wieder packte jeder mit an, um möglichst alles abzuräumen, zu säubern, zu verstauen, zu verpacken, einzulagern, auszuräumen, zusammenzuklappen und so weiter und so fort. Die gesamten Tische und Bänke wurden zusammengeklappt und in die Boxen verstaut, das Podium abgebaut und transportfertig gelagert. Grill und Friteuse wurden abgebaut, die Zelte ebenso. In der Küche wurde geschrubbt, gespült, getrocknet, aufgeräumt. Im Kühlwagen wurde sortiert, gezählt, geschichtet, ebenso im Weinbrunnen und alles für die Rücklieferung vorbereitet. Am Schluß waren alle K.O, aber auch glücklich, diese Schlacht so erfolgreich geschlagen zu haben. Am Montag Morgen hieß es dann Müll sortieren, der Kühlwagen wurde abgeholt, die Garniturenboxen aufgeladen. Am Abend trafen sich noch einmal einige Helfer, um den Weinbrunnen abzubauen und zurückzuliefern, die Dekoration und Lichterketten abzuhängen und die Halle zu säubern. Gegen 23.00 Uhr war dann Schluß, alles und alle fix und fertig... - aber auch voller Stolz und Freude über den grandiosen Erfolg.
Allen Helfern und Mitstreitern sei deshalb an dieser Stelle vorab schon ein herzliches Dankeschön gesagt! Ihr seid zum Teil mehrere Tage in Folge am Aufbau beteiligt gewesen und anschließend 3 Tage am Stück hinter dem Tresen oder in der Küche oder am Grill gestanden, habt Euch als Punktrichter, Schreiber, Knipser oder als Versorgungstrupp der sengenden Sonne und der Hitze ausgesetzt, habt Euch im Nennbüro die Köpfe heiß gerechnet und die Finger wundgeschrieben oder Euch im Bemühen um Nachschub die Ohren heiß telefoniert u. v. m.
Dem AMC Unterer Breisgau - und das sind WIR - ist es gelungen, mit diesem dreitägigen Fest das Potential des Trialsportcenters Birkenwald sowie des gesamten Vereins der Öffentlichkeit zu präsentieren und dabei spannenden und sehenswerten Trialsport zu bieten. Dazu habt Ihr mit zum Teil beispiellosem Einsatz beigetragen, das habt Ihr ermöglicht!
27.09.07/ webmaster