

Der TSG-Lauf in Ölbronn hatte es in sich.
Schon am Vormittag hagelte es Punkte, vor allem die Schwarz-Fahrer hatten Probleme mit den schweren Sektionen. Nur ein Fahrer schaffte es, mit seinen Strafpunkten im einstelligen Bereich zu bleiben.
Patrick Huser in Klasse 5 konnte gut mithalten. 7 - 6 - 5, das sind drei stabile Runden unter diesen Bedingungen. In der Tageswertung kam er auf Platz 5, für die TSG-Meisterschaft erhält er 13 Punkte aufs Konto und steht aktuell auf dem 5. Platz. Dies motivierte ihn so, dass er am Nachmittag noch einmal in Grün an den Start wollte. Doch nach 2 Sektionen und der Besichtigung von drei weiteren Sektionen gab er dieses Vorhaben auf - eine gute Entscheidung an diesem Tag - doch dazu später.
Bernd Huser setzte in Runde 1 nur 2 Füße, die Runden 2 und 3 fuhr er fehlerfrei. Doch in der Tageswertung brachte ihm dies nur Platz 5. Das ist der Tribut, den er mit seiner Montesa in Kauf nehmen muss, denn die Veteranenmotorräder können mit den Fahreigenschaften der modernen Maschinen einfach nicht mithalten. Für die TSG-Meisterschaft erhält er 15 Wertungspunkte und steht in der Tabelle auf Platz 2.
Therese Läderach kämpfte sich tapfer durch die Sektionen, aber in der 3. Runde stürzte sie so unglücklich, dass sie aufgeben musste.
Pünktlich zum Start der Nachmittagsklassen setzte der Regen ein. Die Sektionen wurden glitschig, die Hindernisse rutschig und unberechenbar. Wie schwer die Bedingungen in allen drei Spuren waren, zeigen die Strafpunkte des Nachmittags und die Zahl der Ausfälle bzw. Aufgaben.
Christian Gebhardt begann mit 30 Punkten in Runde 1 und konnte sich auf 22 Punkte steigern. Die 3. Runde mit 28 Punkten brachte ihn auf 80 Strafpunkte und Platz 5 von 9. Der Tagessieger hatte 44 Punkte und das Spektrum reichte bis 123 Punkte. Mehr ging einfach nicht unter diesen Bedingungen. In der Tabelle steht er nach wie vor auf Platz 2.
Rolf Gebhardt sammelte in der grünen Spur der Klasse 7 insgesamt 93 Punkte und fuhr dabei ganz stabil 35 - 33 - 32. Damit war er 10. von 19 Fahrern, vier sind ausgefallen. In der Tabelle steht er auf Platz 6.
Besonders viele Ausfälle gab es in der Klasse 4. Für die jüngeren Grün-Fahrer war es eine echte Tortur, die in Runde 1 zur mehrfachen Mutprobe geriet. Die Auffahrten waren so schmierig, die Beine teilweise so kurz, die Muckis so dünn, und die Erfahrung noch nicht so groß, dass die Sektionen einfach nicht zu bewältigen waren.
Kevin Gallas stürzte gleich in der ersten Sektion so unglücklich, dass er mit der Oberlippe auf einem Stein aufschlug. Der zunächst befürchtete Zahnschaden konnte glücklicherweise nicht festgestellt werden, nachdem die Blutung gestoppt war. Die Lippe wurde dick und schmerzte. Mit Eispacks wurde gekühlt, mit Getränken gespült, mit Worten gesalbt, der Regen wusch die Tränen weg - und weiter gings...
Mit 32 Punkten hatte Kevin die beste erste Runde in Klasse 4. Ab der 2. Runde waren einige Sektionen entschärft, die unpassierbaren Steilauffahrten wurden rausgenommen. Doch es blieb ein Kampf, denn die meisten Hindernisse und Steine waren so verdreckt und rutschig, das Hinterrad so zu, der Boden vor den Hindernissen so glatt gefahren, dass man kaum noch Grip fand. So wurde das Überwinden der Hindernisse für Kevin zum Kraftakt, jeden Stein musste er sich erst hinaufkämpfen, dann vorsichtig Stand suchen, um nicht selbst zur Seite zu rutschen und dann mit viel Gefühl das Motorrad wieder hinunter gleiten lassen - immer in der Hoffnung, dass das Vorderrad nicht gleich wegrutscht. Eine Sektion hat er sich dreimal knipsen lassen und befand sich dabei in guter Gesellschaft. Nur 3 Sektionen konnte er fehlerfrei überwinden, eine mit einem Fuß und eine mit 2 Füßen. Der Rest waren Dreier und Fünfer. Jeder Dreier an diesem Tag bedeutete 2 Punkte gewonnen! In Runde 2 stürzte er dann noch einmal so unglücklich, dass das Motorrad mit dem Lenker und dem Ölbehälter der Kupplung auf seinem Unterarm landete. Das andere Lenkerende machte eine "Bauchlandung". Dank Rückenprotektor und Helm endete dieser Sturz lediglich mit einer heftigen Prellung am Unterarm und ein paar blauen Flecken. Doch Kevin gab nicht auf. Auf 27 Punkte in Runde 2 folgten 26 Punkte in Runde 3, wo ihm bei einer Auffahrt noch einmal das Hinterrad wegrutschte und er unsanft auf dem Steißbein landete. Mehr ging nicht. 85 Wertungspunkte sind bislang ein Rekordergebnis - aber damit verpasste er den 1. Platz nur knapp um 2 Punkte. Über diesen 2. Platz hat er sich wahnsinnig gefreut, auch wenn er alle Reserven dafür mobilisieren musste.
Fotos gibts von diesem Tag nicht viele, denn als Minder war man an diesem Tag ebenso gefordert wie die Fahrer.
07.07.08 / webmaster