Eine Noriel – Marke Eigenbau

Teil 2 - Der Motor                          Teil 1 - Der Rahmen
                                                                Teil 3 - Der Zünder
                                                                Teil 4 - Das Getriebe
                                                                Teil 5 - Das Fahrwerk
                                                                Teil 6 - der Rest...

Zwischenzeitlich machte ich eine Reise in die Schweiz, von der ich einen 350er NORTON ohv-Motor (Mod 50, Bj.1960) mit nach Hause brachte. Dieser war in einem guten Zustand wenn man davon absieht, dass irgendein „Spezialist“ einen (falschen) Kolben in den neu geschliffenen Zylinder mit null Spiel reingeklopft hat. Damit wäre ich garantiert keine 50 Meter gekommen, was aber nicht so schlimm war, weil ich sowieso auf Alu-Zylinder umrüsten wollte. Weil aber von den ohv-Modellen nur die Norton 500 T einen solchen hat, der praktisch als Ersatzteil nicht aufzutreiben ist , musste eine andere Lösung gefunden werden: Die fand ich in einer selbstgedrehten Guß-Laufbüchse (3mm stark) und dem Rippenkörper von einem Guzzi-Zylinder, von dem auch der Kolben stammt (83mm für 476 ccm bei 88er Hub). Nach dem Aussägen der Rippen für die Stössel-Rohre und dem Bohren der Öl-Rücklauflöcher fertigte ich noch einen Aluring, der die fehlende Höhe des Guzzi-Zylinders ausgleicht.

Das Pleuel-Lager war astrein, nur neue Hauptlager spendierte ich der Kurbelwelle. Da ich keine Lichtmaschine brauche, sägte ich den verlängerten Zapfen links auf der Kubelwelle ab und schnitt ein neues Gewinde für das Motor-Ritzel. Der Zylinderkopf blieb weitgehend original, aber die Ventile wurden durch die eines Deutz-Motors (mit 8-mm-Schäften) ersetzt. Von Deutz gibt’s auch Guß-Ventilführungen, die außen sehr groß und lang sind, so dass man sich gut einen Ersatz für andere Motoren daraus drehen kann. Ich verwende solche Dinge nicht weil ich glaube, dass sie besser als Original-Teile sind, sondern nehme einfach das, was gerade zur Hand ist. Überhaupt stehe ich lieber eine Stunde lang an die Werkbank, um irgendwas vorhandenes passend zu machen, als eine Stunde wegen irgendwelchen Teilen herumzutelefonieren.

Um die größere Wärmedehnung des Alu-Zylinders auszugleichen, verwendete ich auch gleich die Alu-Stoßstangen der Guzzi, die Endkappen sowie die Ventilspiel-Einsteller wurden aus Einsatzstahl angefertigt und gehärtet. Die Ölleitungen sind aus rostfreiem Ermeto-Hydraulikrohr 8 x 1 und Niederdruck-Hydraulikschlauch, mit den Ringanschlüssen (für Hohlschrauben M12 x 1,5) durch Press-Hülsen verbunden. Ebenso aus VA-Rohr sind die Stößelrohre und der Auspuffkrümmer, der von einem befreundeten Trial-Sportler auf der Dornbiegemaschine gebogen wurde.

Vergaser (26 mm Mk1), Alu-Auspuff und Spritbehälter hab ich in England bei Surrey Cycles gekauft, für den Auspufftopf machte ich noch ein Endrohr, indem ich ein 2 mm Alublech um einen 90-Grad Heizungsrohrfitting herumdengelte. Die Auspuffmutter ist ein Drehteil aus Rotguss (Bronze) und wird mit einem Stirnlochschlüssel festgezogen. Das Luftfiltergehäuse stellte ich ebenfalls aus 2er Alublech her, es enthält einen Einsatz aus Filterschaum, der leicht eingeölt wird.

Rahmen, Motor - was kommt als nächstes? Ihr werdet es hier in Kürze erfahren...

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Letztes Update:
21.09.2006 15:54

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