Eine Noriel – Marke Eigenbau

Teil 3 - Der Zünder                                   Teil 1 - Der Rahmen
                                                                     Teil 2 - Der Motor
                                                                     Teil 4 - Das Getriebe
                                                                     Teil 5 - Das Fahrwerk
                                                                     Teil 6 - der Rest...

Einer meiner alljährlichen Veterama-Besuche bescherte mir einen Magneto, den ich bis dato nicht kannte: Das Ding heißt „SCINTILLA, made in Switzerland“, war fast neuwertig, klein, leicht und billig und fabrizierte einen saustarken Funken, wenn man nur so mit 2 Fingern dran zwirbelte. Das hat mich natürlich ungemein beeindruckt, weil Trialfahrer sich auch noch mit niedrigsten Drehzahlen einen kräftigen Funken wünschen, damit die Kiste beim langsamen Rumzirkeln nicht plötzlich mit einem „umm-pfh!“ stehenbleibt, was die volle Hand (= 5 Punkte) des „Observers“ zur Folge hätte.

Was dieses kleine Aggregat allerdings nicht hatte ist eine Verstellung des Zündzeitpunktes, weder manuell noch automatisch. So eine „Auto-advance“ ist eine feine Sache beim Trial ,wenn man nicht ständig am Verstellhebel fummeln will beim schnellen Wechsel zwischen langsam tucke-tucke und „voll den Hang raufballern“.

Ich bekam eine nagelneue Verstelleinheit einer Yamaha (XT 500?) in die Finger, die sehr ansprechend und exakt aussah, allerdings die falsche Laufrichtung hatte und deshalb keinen Sinn machte. Nach reiflicher Überlegung beschloss ich, das Teil spiegelverkehrt nachzubauen, einige Maße abzuändern, und das Ganze ins Scintilla-Gehäuse „reinzufummeln“. Dazu wurde dasselbe ausgedreht, ein zusätzlicher Lagerschild mit Kugellager eingesetzt und eine neue, kürzere Welle gedreht, die auf ihrem nun konischen Ende den „selfmade-advancer“ aufnimmt. Die Fliehgewichte mit Federn konnte ich vom Yammie-Teil übernehmen, so dass ich auf eine vernünftige Verstellkurve hoffen konnte. Die Nockenform wurde vom Scintilla-Nocken abgeschaut, der Nocken selbst aus Einsatzstahl EC 80 gefertigt und „Tenifer“-gehärtet (carbonitriert).

Das Ganze hört sich vielleicht einfach an, war aber eine Riesenaktion, die mich bestimmt 4 Wochen meiner Freizeit gekostet hat. Die Belohnung war dann der Probelauf auf dem Verteilerprüfstand, bei dem eine gleichmässige Verstellung um 15 Grad zwischen 600 und 1200 Umdrehungen der Zünderwelle ermittelt wurde (entspricht 8 bis 38 Grad Vorzündung am fertigen Motor). Um diesen Magneten nun so exakt und gleichmässig wie möglich anzutreiben, entschied ich mich für einen Zahnriementrieb und brauchte um so weniger Verstellbereich am Magnethalter, weil man den Riemen kaum nachspannen muss (hoffe ich jedenfalls!).

So, nun haben wir das erste Lebenszeichen miterlebt - was kommt als nächstes? Die Spannung steigt...

 

 

 

 

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Letztes Update:
21.09.2006 15:56

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