Einer meiner alljährlichen Veterama-Besuche bescherte mir einen Magneto, den ich bis dato nicht kannte: Das Ding heißt „SCINTILLA, made in Switzerland“, war fast neuwertig, klein, leicht und billig und fabrizierte einen saustarken Funken, wenn man nur so mit 2 Fingern dran zwirbelte. Das hat mich natürlich ungemein beeindruckt, weil Trialfahrer sich auch noch mit niedrigsten Drehzahlen einen kräftigen Funken wünschen, damit die Kiste beim langsamen Rumzirkeln nicht plötzlich mit einem „umm-pfh!“ stehenbleibt, was die volle Hand (= 5 Punkte) des „Observers“ zur Folge hätte.
Was dieses kleine Aggregat allerdings nicht hatte ist eine Verstellung des Zündzeitpunktes, weder manuell noch automatisch. So eine „Auto-advance“ ist eine feine Sache beim Trial ,wenn man nicht ständig am Verstellhebel fummeln will beim schnellen Wechsel zwischen langsam tucke-tucke und „voll den Hang raufballern“.
Ich bekam eine nagelneue Verstelleinheit einer Yamaha (XT 500?) in die Finger, die sehr ansprechend und exakt aussah, allerdings die falsche Laufrichtung hatte und deshalb keinen Sinn machte. Nach reiflicher Überlegung beschloss ich, das Teil spiegelverkehrt nachzubauen, einige Maße abzuändern, und das Ganze ins Scintilla-Gehäuse „reinzufummeln“. Dazu wurde dasselbe ausgedreht, ein zusätzlicher Lagerschild mit Kugellager eingesetzt und eine neue, kürzere Welle gedreht, die auf ihrem nun konischen Ende den „selfmade-advancer“ aufnimmt. Die Fliehgewichte mit Federn konnte ich vom Yammie-Teil übernehmen, so dass ich auf eine vernünftige Verstellkurve hoffen konnte. Die Nockenform wurde vom Scintilla-Nocken abgeschaut, der Nocken selbst aus Einsatzstahl EC 80 gefertigt und „Tenifer“-gehärtet (carbonitriert).
So, nun haben wir das erste Lebenszeichen miterlebt - was kommt als nächstes? Die Spannung steigt...

