
Die Liste der Anmeldungen wurde lang und länger, das Interesse der Kinder aus der Region war groß. Eifrig bereiteten die AMC-Jungs mit ihrem Trainer Johannes Klement die einzelnen Übungen und die dazugehörigen Konstruktionen vor.
Die Wettermeldungen am Dienstag Morgen ließen die E-Mail-Drähte glühen: Sintflutartige Regenfälle im Breisgau - was machen wir? Eine Absage kam nicht in Frage, die Verpflegung war eingekauft, alles für den Nachmittag vorbereitet. Schnell stand der Notfallplan: Bagger raus aus der Halle, Parcours nacheinander in der Halle in kürzerer Form aufbauen...
Doch so weit kam es dann gar nicht. Der Bagger wurde zwar noch vorsichtshalber herausgefahren, aber ab 14.30 Uhr hörte es auf zu regnen und der berühmte Silberstreif am Horizont wurde über den Vogesen immer breiter und heller.
Nicht alle Teilnehmer hatten wohl mit den besser werdenden Wetterbedingungen gerechnet, aber die Härtesten stellten sich mit ihren Fahrrädern trotzdem der Herausforderung.
15 Teilnehmer im Alter zwischen 5 und 13 Jahren hörten gespannt den Worten des AMC-Vorsitzenden Bernd Huser zu, der die Teilnehmer herzlich willkommen hieß und kurz erläuterte, worum es beim Trial geht.
Johannes Klement begann damit, die erste Übung zu schildern. Dabei musste von den Teilnehmern eine mit Pylonen begrenzte kurvige Strecke im steinigen und matschigen Untergrund so langsam wie möglich durchfahren werden. Jeder Stillstand, jeder deutlich gesetzte Fuß ergab einen Zeitabzug von 2 Sekunden.
Nacheinander durchfuhren die Jungs und Mädels den Parcours. Gar nicht so einfach, mit einem 28"-Fahrrad mit langer Übersetzung extrem langsam zu fahren. Und auch für die Jüngsten war es schwierig, mit den kleinen Rädern auf Kurs zu bleiben. Aber die Kids zeigten erstaunliche Fähigkeiten, einige balancierten auf dem Mountainbike wie andere mit den Spezial-Trial-Fahrrädern.
Dann ging es weiter zu nächsten Station. Hier musste ein Slalom-Parcours mit sehr engen Kurven in möglichst kurzer Zeit durchfahren werden. Manche Teilnehmer brachten schon ein bißchen Geländeerfahrung mit, aber die Schwierigkeit bestand hauptsächlich darin, nicht zu eng an die Pylone heranzufahren, sondern bereits vorher die Möglichkeit zu nutzen, weit auszuholen - ein beliebter und weitverbreiteter Anfängerfehler im Trialsport. Und - wie beim richtigen Trialwettbewerb - hatte auch der eine oder die andere Schwierigkeiten, sich die Fahrstrecke zu merken.
Bevor es über die Wippe ging, galt es zunächst das flach am Boden liegende Brett der Länge nach zu überfahren. Nachdem keiner der Teilnehmer damit größere Schwierigkeiten hatte, wurde das Brett auf einen Stein gelegt, sodass eine Wippe entstand. Auch diese Wippe wurde selbst von den Kleinsten mutig überfahren - abgesichert durch Mama oder Papa. Wie leuchteten da manche Augen voller Stolz!
Mit gestärktem Selbstvertrauen war auch die folgende Auf- und Abfahrt über ein sehr schmales Brett kein Problem. Wer es nicht sofort schaffte, probierte es einfach noch einmal.
Die größte Schwierigkeit stellte der Kreisel dar. Der Untergrund war matschig, die Konstruktion gewollt labil. Gewertet wurden Viertelkreise, jeder hatte 3 Versuche. Und erstaunlich viele Kinder schafften es, die Kreisbahn zu vollenden. Eine Teilnehmerin scheiterte zweimal bereits beim Anfahren - und fuhr dann im dritten Anlauf den Kreis wie auf Schienen zu Ende. Super!
Alle Teilnehmer wurden vom AMC zu einem Getränk eingeladen, und HotDogs und Brezeln standen zur Stärkung bereit.
Die Jugendgruppe des AMC trainierte mit den interessierten Kindern die Überquerung eines Palettenstapels mit dem Trialfahrrad. Mit der richtigen Technik gelang das selbst den Mountainbikern. Die Bodenverhältnisse ließen es leider nicht zu, dass die AMC-Jugendlichen am St. Berndino ausgiebig zeigen konnten, wie sie mit dem Trial-Motorrad trainieren. Doch ein paar Kinder folgten ihnen über die Brücke in den südlichen Geländeteil und konnten dort zuschauen. Andere nutzten die Gelegenheit, um mit einem Automatik-Trialmotorrad die ersten Fahrversuche unter Anleitung und im sicheren Griff von Bernd Huser zu erleben. Auch dabei zeigten sich erstaunliche Talente.
Die Leistungen der Kinder wurden in zwei Klassen gewertet: In der Gruppe der Kleinen wurden die 5 - 9-Jährigen zusammengefaßt, die größeren Kinder in der Gruppe der Großen.
Die ersten Drei der beiden Gruppen durften sich zur Belohnung in der Küche ein Eis oder eine Brezel abholen.
Wir hoffen, dass es allen Teilnehmern Spaß gemacht hat, einmal unter erschwerten Bedingungen ihre Konzentration und ihren Gleichgewichtssinn zu testen. Unseren Jungs hat es jedenfalls gefallen, den Neulingen etwas zu zeigen und sich mit ihnen über die Erfolge zu freuen.
08.08.07/webmaster